0001info@leibniz-psychology.org | © 1996-2018 ZPID

 

 



 Vollansicht des PSYNDEX Tests-Dokuments:
Mini-Mental State Examination, 2nd Edition - deutsche Fassung

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9007414
 

MMSE-2 - Mini-Mental State Examination, 2nd Edition - deutsche Fassung (PSYNDEX Tests Review)

 

Mini-Mental State Examination, 2nd Edition (MMSE-2; Folstein, M. F, 2010) - German version/author
Synonym(e): Mini-Mental-State (MMS); Mini Mental Status (MMST)

 Folstein, M. F., Folstein, S. E., White, T. & Messer, M. A.
 (2010). MMSE-2. Mini-Mental State Examination, 2nd Edition (Mini-Mental-Status-Test: 2. Ausgabe). Deutsch [Testmappe mit "Manual zur Durchführung und Auswertung", 25 Testbögen "Blauer Testbogen" Standardisierte Version, 25 Testbögen "Roter Testbogen" Standardisierte Version und MMSE-2 Pocket Norms Guide]. Lutz, FL: PAR.

Preis: 181,00 Euro (Test komplett; Stand: 6.2.2018)

 Bezugsquelle: Testzentrale Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Herbert-Quandt-Straße 4, D-37081 Göttingen ; E-Mail: testzentrale@hogrefe.de ; URL: http://www.testzentrale.de/ ; Stand: 1.11.2017.
 Adresse(n): o Dr. Susan E. Folstein, MD, University Miami Hospital, Psychiatry, 1695 NW 9th Ave Ste 104, Miami, FL 33136 USA Canada United Kingdom Denmark ; Stand: 30.6.2017
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Die MMSE-2 ist die revidierte Version der MMSE. Wie bereits die Vorgängerversion dient auch die MMSE-2 zur Erfassung der kognitiven Fähigkeiten erwachsener Personen und dabei insbesondere zur Identifikation beginnender oder bereits fortgeschrittener kognitiver Störungen (z. B. Alzheimer Demenz). Aufgrund ihrer einfachen Handhabung und hohen Testökonomie zählt die MMSE zu den am weitest verbreiteten Screeninginstrumenten und wurde mittlerweile zudem in tausenden publizierten Studien eingesetzt.


Aufbau:
Das Verfahren umfasst drei Testversionen: a) die MMSE-2:BV (brief version), b) die MMSE-2:SV (standard version) und c) die MMSE-2:EV (expanded version). Dabei stellt die MMSE-2:BV eine verkürzte Version und die MMSE-2:EV eine verlängerte Version der MMSE-2:SV dar. Damit unterscheiden sich die Testversionen lediglich in ihrem Aufgabenumfang. Der Testaufbau ist hingegen bei allen gleich. Die MMSE-2:BV umfasst die Aufgabenbereiche A-D (16 Items), die MMSE-2:SV die Aufgabenbereiche A-K (30 Items) und die MMSE-2:EV die Aufgabenbereiche A-M (90 Items): A. Merkfähigkeit (3 Items), B. Zeitliche Orientierung (5 Items), C. Örtliche Orientierung (5 Items), D. Erinnerungsfähigkeit (3 Items), E. Aufmerksamkeit und Rechenfertigkeit (Subtrahieren in 7er-Schritten; 5 Items), F. Benennen (2 Items), G. Wiederholung (1 Item), H. Verstehen (3 Items), I. Lesen (1 Item), J. Schreiben (1 Item), K. Zeichnen (1 Item), L. Textreproduktion (25 Items) und M. Verarbeitungsgeschwindigkeit (35 Items).


Grundlagen und Konstruktion:
Die Testkonstruktion beruht auf der Klassischen Testtheorie. Bei der Revision der MMSE sollte durch die Entwicklung einer kürzeren, respektive längeren Testfassung sowohl ein schnelles Screening als auch eine gegenüber der Vorgängerversion sensitivere Erfassung bei Personen mit eher gering ausgeprägten kognitiven Störungen möglich sein. Zur Vermeidung von Übungseffekten bei mehrmaligem Testeinsatz sowie zur Erleichterung der sprachlichen und kulturspezifischen Adaption des Verfahrens wurden darüber hinaus äquivalente Parallelversionen entwickelt und einige Items sprachlich verändert.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die Reliabilität des Verfahrens wurde mittels interner Konsistenzen (Cronbachs Alpha) und Interraterreliabilitäten bestimmt. Dabei wurden die Kennwerte einer Teilstichprobe (klinische Stichprobe, n = 232) der im Rahmen der Normstichprobe erhobenen Daten herangezogen. Die internen Konsistenzen lagen zwischen Alpha = .66 und Alpha = .79, die Interraterreliabilität zwischen r = .94 und r = .99.
Validität: Zusätzlich zu den für die Vorgängerversion vorliegenden Validitätshinweisen wurde die englischsprachige Version der MMSE-2 mit verschiedenen anderen Testverfahren korreliert (u.a. die Untertests Zahlenspanne Vorwärts, Zahlenspanne Rückwärts und Trail-Making-Test der Wechsler-Memory-Scale-III). Darüber hinaus scheint das Verfahren gut zwischen Personen mit normalen kognitiven Fähigkeiten und Personen mit unterschiedlich stark ausgeprägten kognitiven Störungen (beginnende kognitive Störung vs. Alzheimer Demenz) unterscheiden zu können.
Normen: Es liegen alters- und bildungsspezifische Normwerte in Form von T-Werten für alle drei Testversionen (MMSE-2:SV, MMSE-2:BV, MMSE-2:EV) vor, wobei beim Alter 10 Kategorien (18-39, 40-49, 50-59, 60-64, 65-69, 70-74, 75-59, 80-84, 85-89, > = 90) und beim Bildungsniveau fünf Kategorien (< = 6, 7-8, 9-11, 12-15, > = 16) berücksichtigt wurden. Darüber hinaus liegen Mittelwerte, Standardabweichungen und sog. "Reliable Change Scores" vor, anhand derer die bei mehrmaliger Testung erzielte Veränderung im Hinblick auf statistische Signifikanz beurteilt werden kann. Die Normwerte wurden an N = 1 531 erwachsenen Personen in den USA erhoben.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Die Mini-Mental Status Examination-2 (MMSE-2; Folstein, Folstein, White & Messer, 2010) ist die revidierte Version der MMSE (Folstein, Folstein & McHugh, 1975; deutschsprachige Version: MMST; Folstein, Folstein & McHugh, 1990; PSYNDEX Tests-Nr. 9002116). Wie bereits die Vorgängerversion dient auch die MMSE-2 zur Erfassung der kognitiven Fähigkeiten erwachsener Personen und dabei insbesondere zur Identifikation beginnender oder bereits fortgeschrittener kognitiver Störungen (z. B. Alzheimer Demenz). Aufgrund ihrer einfachen Handhabung und hohen Testökonomie zählt die MMSE zu den am weitest verbreiteten Screeninginstrumenten (Lezak, Howieson & Loring, 2004) und wurde mittlerweile zudem in tausenden publizierten Studien eingesetzt (Albert, 2014).
 

Testaufbau

Die MMSE-2 umfasst drei Testversionen:
(a) die MMSE-2:BV (brief version),
(b) die MMSE-2:SV (standard version) und
(c) die MMSE-2:EV (expanded version).
Dabei stellt die MMSE-2:BV eine verkürzte Version und die MMSE-2:EV eine verlängerte Version der MMSE-2:SV dar. Damit unterscheiden sich die Testversionen lediglich in ihrem Aufgabenumfang. der Testaufbau ist hingegen bei allen gleich. Die MMSE-2:BV umfasst die Aufgabenbereiche A-D (16 Items), die MMSE-2:SV die Aufgabenbereiche A-K (30 Items) und die MMSE-2:EV die Aufgabenbereiche A-M (90 Items).
A. Merkfähigkeit (3 Items): Die Testperson soll drei vom Testleiter vorgelesene Wörter wiederholen.
B. Zeitliche Orientierung (5 Items): Die Testperson soll anhand verschiedener Merkmale zeigen, wie gut sie zeitlich orientiert ist.
C. Örtliche Orientierung (5 Items): Die Testperson soll anhand verschiedener Merkmale zeigen, wie gut sie örtlich orientiert ist.
D. Erinnerungsfähigkeit (3 Items): Die Testperson soll die in A genannten Wörter erinnern und wiederholen.
E. Aufmerksamkeit und Rechenfertigkeit (Subtrahieren in Siebenerschritten; 5 Items): Die Testperson soll in Siebenerschritten subtrahieren.
F. Benennen (2 Items): Die Testperson soll zwei Objekte benennen, auf die der Testleiter zeigt.
G. Wiederholung (1 Item): Die Testperson soll einen vom Testleiter vorgelesenen Satz wiederholen.
H. Verstehen (3 Items): Die Testperson soll drei vom Testleiter benannte Objekte richtig zuordnen.
I. Lesen (1 Item): Die Testperson soll eine schriftliche Instruktion lesen und richtig befolgen.
J. Schreiben (1 Item): Die Testperson soll einen Satz aufschreiben.
K. Zeichnen (1 Item): Die Testperson soll eine vorgegebene Figur abzeichnen.
L. Textreproduktion (25 Items): Die Testperson soll eine vom Testleiter vorgelesene kurze Geschichte wiedergeben.
M. Verarbeitungsgeschwindigkeit (35 Items): Die Testperson soll einen Zahlen-Symbol-Test möglichst schnell bearbeiten.
 

Auswertungsmodus

Zur Auswertung des Fragebogens werden alle richtig beantworteten Items mit einer "1", alle falsch oder gar nicht beantworteten Items mit einer "0" bewertet. Die auf diese Weise erzielten Rohwerte werden aufsummiert und an entsprechender Stelle im Fragebogen eingetragen. Der Gesamtwert kann maximal 16 (MMSE-2:BV), 30 (MMSE-2:SV) oder 90 (MMSE-2:EV) Punkte betragen. Die Rohwerte können dann anhand der vorliegenden alters- und bildungsspezifischen Normwerttabellen in die entsprechenden Normwerte transformiert werden. Zur korrekten Bewertung der einzelnen Aufgaben sind im Testmanual entsprechende Hinweise aufgeführt.
 

Auswertungshilfen

Zur vereinfachten Auswertung der Aufgabe "Verarbeitungsgeschwindigkeit" gibt es eine entsprechende Schablone. Diese muss separat beim Testverlag bezogen werden.
 

Auswertungszeit

Für die Auswertung werden etwa 5 Minuten benötigt.
 

Itembeispiele

B Zeitliche Orientierung: "Welcher Tag ist heute? Welches Jahr? Welche Jahreszeit? ..."
G. Wiederholung: "Nun bitte ich Sie, das zu wiederholen, was ich sage. ES IST EIN SCHÖNER, KÜHLER TAG, ABER ES IST ZU WINDIG. Sagen Sie nun diesen Satz."
 

Durchführung

 

Testformen

Die MMSE-2 umfasst drei Testversionen: (a) die MMSE-2:BV (brief version), (b) die MMSE-2:SV (standard version) und (c) die MMSE-2:EV (expanded version). Für jede dieser Testversionen existieren wiederum zwei parallele Fragebogenversionen (roter und blauer Testbogen). Die englischsprachige Version der MMSE-2 wurde bisher in zahlreiche Sprachen übersetzt.
 

Altersbereiche

Das Verfahren kann bei erwachsenen Menschen ab 18 Jahren eingesetzt werden.
 

Durchführungszeit

Für die Bearbeitung der MMSE-2:BV sind ca. 5 Minuten, für die der MMSE-2:SV ca. 10-15 Minuten und für die der MMSE-2:EV ca. 20 Minuten zu veranschlagen.
 

Material

Das Testmaterial enthält die standardisierte Version des Verfahrens (MMSE-2:SV) sowie die darin automatisch enthaltene Kurzversion (MMSE-2:BV). Letztere ergibt sich, indem nicht der gesamte Fragebogen, sondern nur dessen erste Hälfte durchgeführt wird. Die erweiterte Version sowie die Auswertungsschablone für den Aufgabenbereich "Verarbeitungsgeschwindigkeit" müssen separat vom Verlag bezogen werden. Zur Durchführung wird darüber hinaus lediglich ein Stift benötigt.

Materialliste Testbox (Stand: 03.06.2017):
- Manual
- Pocket Norms Guide
- 25 rote Testbögen Standardisierte Version
- 25 blaue Testbögen Standardisierte Version.
 

Instruktion

Die Instruktionen sind standardisiert und auf den jeweiligen Testbögen abgedruckt.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Die MMSE-2 kann laut Testmanual "durch jede Person durchgeführt werden, die mit den [im] Manual dargestellten Vorgehensweisen im Hinblick auf Durchführung und Auswertung der MMSE-2 vertraut ist und die darin geschult ist, Personen mit kognitiven Störungen zu testen" (Folstein et al., 2010, S. 3).
 

Testkonstruktion

Die Testkonstruktion beruht auf der Klassischen Testtheorie. Bei der MMSE-2 handelt es sich um die revidierte Version der MMSE (Folstein et al., 1975; deutschsprachige Version: MMST; Folstein et al., 1990; PSYNDEX Tests-Nr. 9002116). Durch die Revision sollte eine kürzere respektive längere Testfassung zur Verfügung gestellt werden, mit Hilfe derer sowohl ein schnelles Screening als auch eine gegenüber der Vorgängerversion sensitivere Erfassung von Personen mit eher gering ausgeprägten kognitiven Störungen möglich sein sollte. Zur Vermeidung von Übungseffekten bei mehrmaligem Testeinsatz sowie zur Erleichterung der sprachlichen und kulturspezifischen Adaption des Verfahrens wurden darüber hinaus äquivalente Parallelversionen (roter und blauer Testbogen) entwickelt und einige Items sprachlich verändert (Folstein et al., 2010, S. 1).
MMSE-2:SV (standard version): Bei dieser Testversion wurden sowohl der Inhalt als auch die Struktur der Originalversion beibehalten. Jedoch wurden Items, die aufgrund sprachlicher Spezifika bzw. zu geringer Schwierigkeit in der Originalversion problematisch waren, durch bessere Items ersetzt. So wurden etwa die Items der Aufgabe "Merkfähigkeit" geringfügig schwerer gestaltet, die Redewendung für die Aufgabe "Wiederholung" geändert, das Rückwärtsbuchstabieren als Alternative zur Aufgabe "Aufmerksamkeit und Rechenfertigkeit" entfernt und die Aufgabe "Verstehen" geringfügig geändert.
MMSE-2:BV (brief version): Diese Testversion besteht aus den Aufgabenbereichen A-D.
MMSE-2:EV (expanded version): Zusätzlich zu den Aufgabenbereichen der MMSE-2:SV wurden die zwei neuen Aufgabenbereiche "Textreproduktion" und "Verarbeitungsgeschwindigkeit" hinzugefügt (Aufgabenbereiche L+M). Dadurch sollte die Sensitivität dieser Testversion zur Erfassung der kognitiven Fähigkeiten bei Personen mit eher gering ausgeprägten Störungen erhöht werden.
Die Aufgabenauswahl erfolgte aufgrund der bereits in der Originalversion vorhandenen Aufgaben sowie Literaturanalysen zur weiteren Verbesserung. Die Äquivalenz der entwickelten Parallelversionen wurde mittels des G-Koeffizienten berechnet, welcher für alle drei Testversionen > = . 96 betrug.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Aufgrund der einfachen, standardisierten Durchführung und Auswertung liegen Durchführungs- und Auswertungsobjektivität vor. Die Interpretationsobjektivität hingegen ist aufgrund der Tatsache, dass zur korrekten Einordnung und Beurteilung der Testergebnisse weitere klinische Informationen notwendig sind, nur mäßig ausgeprägt. Für die Interraterreliabilitäten siehe unter "Reliabilität".
 

Reliabilität

Die Reliabilität des Verfahrens wurde mittels interner Konsistenzen (Cronbachs Alpha) und Interraterreliabilitäten bestimmt. Dabei wurden die Kennwerte einer Teilstichprobe der Normstichprobe herangezogen (klinische Stichprobe, n = 232). Die internen Konsistenzen lagen zwischen Alpha = .66 und Alpha = .79, die Interraterreliabilität zwischen r = .94 und r = .99 (PAR, o. J.).
 

Validität

Zusätzlich zu den für die Vorgängerversion vorliegenden Validitätshinweisen wurde die englischsprachige Version der MMSE-2 mit verschiedenen anderen Testverfahren korreliert (u. a. die Untertests Zahlenspanne Vorwärts, Zahlenspanne Rückwärts und Trail-Making-Test der Wechsler-Memory-Scale-III; PAR, o. J.). Dabei zeigten sich erwartungskonforme Zusammenhänge, welche die Kriteriumsvalidität der MMSE-2 unterstützen. Darüber hinaus scheint das Verfahren gut zwischen Personen mit normalen kognitiven Fähigkeiten und Personen mit unterschiedlich stark ausgeprägten kognitiven Störungen (beginnende kognitive Störung vs. Alzheimer Demenz) unterscheiden zu können (Baek, Kim, Park & Kim, 2016). Weiterhin konnten Philipps et al. (2014) zeigen, dass bei Verwendung spezifischer Transformationen nicht nur klinisch, sondern auch statistisch valide Testergebnisse mit der MMSE-2 erzielt werden können (bspw. zur Nutzung in epidemiologischen Studien).
 

Normierung

Im Pocket Norms Guide der Testbox liegen alters- und bildungsspezifische Normwerte in Form von T-Werten für alle drei Testversionen (MMSE-2:SV, MMSE-2:BV, MMSE-2:EV) vor, wobei beim Alter 10 Kategorien (18-39, 40-49, 50-59, 60-64, 65-69, 70-74, 75-59, 80-84, 85-89, > = 90) und beim Bildungsniveau fünf Kategorien (< = 6, 7-8, 9-11, 12-15, > = 16) berücksichtigt wurden. Darüber hinaus liegen Mittelwerte, Standardabweichungen und sog. "Reliable Change Scores" vor, anhand derer die bei mehrmaliger Testung erzielte Veränderung im Hinblick auf statistische Signifikanz beurteilt werden kann. Die Normwerte wurden an N = 1 531 erwachsenen Personen in den USA erhoben.
 

Anwendungsmöglichkeiten

Ursprünglich wurde die MMSE für den Einsatz in der klinischen Praxis entwickelt, wo es auch heute noch zur Erfassung der kognitiven Fähigkeiten erwachsener Personen eingesetzt wird. In diesem Zusammenhang kann es z. B. als Screening, Eingangsdiagnostik oder Erfolgskontrolle spezifischer Interventionen dienen. Weiterhin findet die MMSE aufgrund ihrer hohen Testökonomie auch Anwendung in klinischen Studien (z. B. bei der Auswahl von Patienten mit entsprechender kognitiver Beeinträchtigung) oder in epidemiologischen Studien. In Bezug auf letztere liefern Philipps et al. (2014) wertvolle Hinweise zur korrekten Benutzung der Testwerte.
Grundsätzlich sollte die MMSE-2 immer in Kombination mit anderen Verfahren zur Erfassung der kognitiven Leistungsfähigkeit eingesetzt werden und durch anamnestische Informationen sowie weitere psychopathologische, physische und neurologische Erkenntnisse ergänzt werden (Folstein et al., 2010, S. 2).
 

Bewertung

Mit der MMSE-2 liegt die revidierte Version der etablierten MMSE zur Erfassung kognitiver Fähigkeiten und insbesondere kognitiver Störungen, vor. Dabei erlaubt die im Rahmen der Revision entstandene erweiterte Version (MMSE-2:EV) erstmals eine gegenüber der Vorgängerversion sensitivere Erfassung bei Personen mit eher gering ausgeprägten kognitiven Störungen. Eine solche war aufgrund der großen Deckeneffekte mit der Vorgängerversion nicht möglich. Das Testmanual ist sehr knapp gehalten und nur auf die nötigsten Informationen zur Testanwendung beschränkt. An dieser Stelle wären etwas ausführlichere Abschnitte zu den Testgütekriterien, u. a. zur Validität des Testverfahrens, hilfreich gewesen. Die psychometrischen Kennwerte des Verfahrens sind durchweg als gut bis sehr gut zu bezeichnen. So liegen etwa die Reliabilitätskennwerte bei den internen Konsistenzen im mittleren Bereich, die Interraterreliabilitäten wiederum könnten fast nicht besser ausfallen. Die Normwerte wurden repräsentativ erfasst (allerdings für die Vereinigten Staaten) und spiegeln alters- und bildungsspezifische Unterschiede wieder. Zusätzlich zu den bereits für die Vorgängerversion vorliegenden Informationen zur Validität des Verfahrens legen die Ergebnisse von Baek et al. (2016) eine hohe Sensitivität der MMSE-2 zur Differenzierung zwischen Personen mit ausgeprägten und weniger ausgeprägten kognitiven Störungen nahe. Damit liegen erste Informationen zur Unterstützung der durch die Testautoren intendierten Effekte der veränderten Testkonstruktion vor.
Allerdings genügt weder das Manual gängigen Informationspflichten über ein Testverfahren (z. B. Kersting, 2017; Angaben auf der Verlagshomepage reichen hier keinesfalls aus), noch entspricht die deutsche Fassung interkulturellen normativen Übertragungsregeln in eine andere Sprache (z. B. International Test Commission, 2017).
 

Literatur

  • Albert, S. M. (2014). MMSE 2.0: A new approach to an old measure. Neuroepidemiology, 43, 26-27.
  • Baek, M. J., Kim, K., Park, Y. H. & Kim, S. Y. (2016). The validity and reliability of the Mini-Mental State Examination-2 for detecting mild cognitive impairment and Alzheimer's Disease in a Korean Population. PLOS One, 11 (9), e0163792.
  • Folstein, M. F., Folstein, S. E. & McHugh, P. R. (1975). A practical method for grading the cognitive status of patients for the clinician ("Mini-Mental Status"). Journal of Psychiatric Research, 12, 189-198.
  • Folstein, M. F., Folstein, S. E. & McHugh, P. R. (1990). MMST. Mini-Mental-Status-Test. Deutschsprachige Fassung: J. Kessler, S.E. Folstein, P. Denzler. Weinheim: Beltz.
  • Folstein, M. F., Folstein, S. E., White, T. & Messer, M. A. (2010). MMSE-2. Mini-Mental State Examination, 2nd Edition (Mini-Mental-Status-Test: 2. Ausgabe). Deutsch. Lutz, FL: PAR.
  • International Test Commission (ITC). (2017). The ITC Guidelines for Translating and Adapting Tests (Second edition). [PDF] Online im Internet, URL: https://www.intestcom.org/files/guideline_test_adaptation_2ed.pdf (Stand: 6.2.2018).
  • Kersting, M. (2017). Zur Information über und Dokumentation von Instrumenten zur Erfassung menschlichen Erlebens und Verhaltens - Die DIN SCREEN Checkliste 1, Version 3. In Diagnostik- und Testkuratorium (Hrsg.), Personalauswahl kompetent gestalten: Grundlagen und Praxis der Eignungsdiagnostik nach DIN 33430 (S. 223-244). Berlin: Springer. (DOI 10.1007/978-3-662-53772-5)
  • Lezak, M. D., Howieson, D. B. & Loring, D. W. (2004). Neuropsychological assessment (4. Ausgabe). New York, NY: Oxford University Press.
  • PAR. (Ed.). (o. J.). Mini-Mental State Examination, 2nd Edition (MMSE-2). Fact Sheet [PDF]. Online im Internet, URL: http://www4.parinc.com/WebUploads/samplerpts/Fact%20Sheet%20MMSE-2.pdf (Stand: 6.2.2018).
  • Philipps, V., Amieva, H., Andrieu, S., Dufouil, C., Berr, C., Dartigues, J. F., Jacqmin-Gadda, H. & Proust-Lima, C. (2014). Normalized Mini-Mental State Examination for assessing cognitive change in population-based brain aging studies. Neuroepidemiology, 43, 15-25.
 

Originalfassung/Anderssprachige Fassungen

  • Chiu, H. F. K., Lee, H. B., Chung, W. S. & Kwong, P. K. (1994). Reliability and validity of the Cantonese version of Mini-Mental State Examination: A preliminary report. Journal of the Hong Kong College of Psychiatrists, 4 (Suppl. 2), 25-28.
  • Folstein, M. F., Folstein, S. E., White, T. & Messer, M. A. (2010). Mini-Mental State Examination, 2nd edition. Florida: Psychological Assessment Resources.
  • Shigemori, K., Ohgi, S., Okuyama, E., Shimura, T. & Schneider, E. (2010). The factorial structure of the Mini-Mental State Examination (MMSE) in Japanese dementia patients. BMC Geriatrics, 10, 36-42. (DOI: 10.1186/1471-2318-10-36).
 

Rezensionen

  • Albert, S. M. (2014). MMSE 2.0: A new approach to an old measure. Neuroepidemiology, 43, 26-27.
 

Bibliographien im Internet


 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Computer Assisted Testing; Screening Tests; Retention Measures; Mini Mental State Examination; Geriatric Assessment; Psychiatry; Neuropsychology; Dementia; Memory; Attention; Cognitive Ability; Verbal Ability

Klassische Testtheorie; Computerunterstütztes Testen; Screening Tests; Gedächtnistests; Mini-Mental-State-Untersuchung; Geriatrische Diagnostik; Psychiatrie; Neuropsychologie; Demenz; Gedächtnis; Aufmerksamkeit; Kognitive Fähigkeiten; Sprachliche Fähigkeit

 weitere Schlagworte:

1975 (MMSE); 1990 (MMST); 2010 (MMSE-2); Testversionen: 1 MMSE-2:BV (brief version) mit 16 Items, 2 MMSE-2:SV (standard version) mit 30 Items, 3 MMSE-2:EV (expanded version) mit 90 Items; Bereiche: 1 Merkfähigkeit, 2 Zeitliche Orientierung, 3 Örtliche Orientierung, 4 Erinnerungsfähigkeit, 5 Aufmerksamkeit und Rechenfertigkeit, 6 Benennen, 7 Wiederholung, 8 Verstehen, 9 Lesen, 10 Schreiben, 11 Zeichnen, 12 Textreproduktion, 13 Verarbeitungsgeschwindigkeit; Normierungs-/Untersuchungsjahr: keine Angaben; Stichprobe(n): 1531
 Klassifikation:

Neuropsychologische Diagnostik; Neurologische Störungen und Hirnschädigung; Kognitive Prozesse
Neuropsychologische Verfahren; Demenztests
11.22; 11.22.1
 Anwendungstyp: Clinical Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Test in Print (90; 911)
 Sprache: German
 Übersetzungen: Chinese, Dutch, English, French, Hindi, Italian, Japanese, Korean, Russian, Spanish
 Land: United States
 Publikationsjahr: 2010
 Änderungsdatum: 201802
 info@leibniz-psychology.org | © 1996-2018 ZPID