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Diagnostik im Schuleingangsbereich

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9005747
 

DiSb - Diagnostik im Schuleingangsbereich (PSYNDEX Tests Review)

 

School Entrance Diagnosis/zpid

 Reichenbach, C. & Lücking, C.
 (2007). Diagnostik im Schuleingangsbereich. Diagnostikmöglichkeiten für institutionsübergreifendes Arbeiten. Dortmund: Borgmann.

Bibliotheksstandort: Universitätsbibliothek Dortmund: A 378 DIAG (1. Auflage); Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt: 2007 A 37608; Deutsche Nationalbibliothek Leipzig: 2007 A 46267
ISBN: 978-3-938187-36-4
Preis: 20,40 Euro (Stand: 20.2.2018)

 Bezugsquelle: Die einzelnen Aufgaben/Verfahren sind im "Praxisteil" bei Reichenbach und Lücking (2007, S. 87-266; 2009, S. 88-266) als kopierfähige Vorlagen enthalten.
Anmerkung: 2009 erschien eine 2. Auflage (Reichenbach & Lücking, 2009).
 Adresse(n): o Dr. Christina Reichenbach, Leibniz Universität Hannover, Philosophische Fakultät, Institut für Sonderpädagogik (IFS), Schloßwender Straße 1, D-30159 Hannover ; E-Mail: christina.reichenbach@ifs.phil.uni-hannover.de ; URL: http://efh-bochum.de/index.php/persoenliche-homepage-prof-dr-christina-reichenbach.html ; Stand: 30.8.2016
o Christina Lücking, Dipl.-Päd., Lehrbeauftragte an der Universität zu Köln, Leibniz Universität Hannover, Institut für Sonderpädagogik, Schloßwender Straße 1, 30159 Hannover ; E-Mail: sekretariat@ifs.uni-hannover.de ; URL: https://www.ifs.phil.uni-hannover.de/christina_luecking_vita.html ; Stand: 20.02.2018
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Die "Diagnostik im Schuleingangsbereich" (DiSb; Reichenbach & Lücking, 2009) schätzt die Schulfähigkeit von Vorschulkindern ein. Es kann von Grundschullehrern und Erziehern zur Analyse des Entwicklungstandes sowie -verlaufs und zur Feststellung des Förderbedarfs angewendet werden. (Fach-)Ärzte, Pädagogen, Psychologen und Therapeuten setzen es ebenso ein. Eine Analyse einzelner Entwicklungsbereiche ist möglich.


Aufbau:
Das Verfahren umfasst 142 Aufgaben aus den Entwicklungsbereichen Bewegung, Kognition, Sozial-emotionaler Bereich, Sprache und Kommunikation sowie Wahrnehmung. Viele Aufgaben erfassen auch andere Bereiche.


Grundlagen und Konstruktion:
Das Verfahren stellt eine umfangreiche Aufgabensammlung dar und weist selber keine spezielle testtheoretische Grundlage auf. Bei der Zusammenstellung wurden die Erfahrungen, Anliegen und Bedürfnisse von Praktikern berücksichtigt. Hierfür wurde anhand eines Fragebogens eine Bedarfsanalyse mit 105 Praktikern im Schuleingangsbereich durchgeführt. Es wurde erhoben, welche Verfahren und Materialien in der diagnostischen Praxis angewendet werden, welche Vorteile diese haben und welche Wünsche sie an einem Schuleingangstest haben. Auch wurden die relevanten Entwicklungsbereiche befragt, zu denen sie geeignete Aufgaben benennen sollten, die dann zusammen mit bereits bestehenden Aufgaben aus anderen Verfahren für die Entwicklung der DiSb herangezogen wurden. Die Aufgaben sollten alle praxistauglich sein.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Es werden keine Angaben gemacht.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Das Verfahren "Diagnostik im Schuleingangsbereich" (DiSb; Reichenbach & Lücking, 2007, 2009) dient zur Einschätzung der Schulfähigkeit von Vorschulkindern. "Schulfähigkeit" zeigt sich darin, dass ein schulpflichtiges Kind die Anforderungen für den Schuleintritt erfüllen kann. Die Anforderungen können von Schule zu Schule unterschiedlich sein. Zudem sind auch insbesondere die Qualität der Kitaangebote sowie die des Anfangsunterrichts zu beachten, was eine Zusammenarbeit zwischen Kita und Schule unabdingbar macht. Als sicherste Methode zur Schuleingangsdiagnostik gilt nach Amelang und Zielinski (2002) der erfolgreiche Schuleintritt, bei der die Kinder alle schulischen Anforderungen meistern können. Dabei wird eine entsprechende und rechtzeitige Förderung der sogenannten Vorläuferfertigkeiten als sinnvoll erachtet (S. 9-10). Diese Förderung sollte von allen an der Erziehung beteiligten Personen gewährleistet werden. Nur so können die "Ressourcen" eines Kindes "zu Kompetenzen führen" (S. 72).
Das Verfahren beruht auf den bis 2009 noch als aktuell geltenden Wissensgrundlagen sowie den auf bis dato vorhandenen Verfahren, die Vorläuferfertigkeiten erfassten. Zudem zeichnet sich das Verfahren mit der Besonderheit aus, dass es von verschiedenen Fachleuten angewendet und eine Kooperation zwischen ihnen ermöglicht werden kann. Im Vergleich zu vorhandenen Verfahren werden mit der DiSb alle Entwicklungsbereiche berücksichtigt und eine umfangreiche Aufgabensammlung für Fördermöglichkeiten angeboten (Reichenbach & Lücking, 2009, S. 7, S. 9-10).
 

Testaufbau

Das Verfahren umfasst 142 Aufgaben aus den Entwicklungsbereichen Bewegung, Kognition, Sozial-emotionaler Bereich, Sprache und Kommunikation sowie Wahrnehmung. Viele Aufgaben erfassen auch andere Bereiche (Reichenbach & Lücking, 2009, S. 84, siehe Tabelle 1). Die Aufgaben wurden aus mehreren Verfahren entnommen, die dann entsprechend mit einer Ursprungsquelle gekennzeichnet sind. Neu entwickelte Aufgaben haben keinen Vermerk. Tabelle 1 enthält alle Aufgaben, die nach Entwicklungsbereichen sortiert sind. Es ist jedoch anzumerken, dass eine Aufgabe aus dem Bereich "Bewegung" auch andere Entwicklungsbereiche erfasst.

Tabelle 1
Aufgabenübersicht der DiSb (modifiziert nach Reichenbach & Lücking, 2009, S. 88)
-------------------------------------------------------------------------------- 
Name der Aufgabe weitere Entwicklungsbereiche
--------------------------------------------------------------------------------
Bewegung
-Punkt, Komma, Strich ... Wahrnehmung, Kognition
-Krabbelkaefer Wahrnehmung, Kognition
-Linien (nach-)zeichnen Wahrnehmung, Kognition
-Wissen vom und Zeichnung des eigenen Koerpers Wahrnehmung, Kogn., Soz.-emot.
-Schneebaelle für Grosse und Kleine Kognition
-Aufwickeln, Abwickeln und Auffaedeln Wahrnehmung
-Streichhoelzer in eine Schachtel legen Wahrnehmung, Kognition
-Schneiden Wahrnehmung
-Spiele mit dem Luftballon Wahrnehmung
-Zehenspitzen-/Fersengang und -stand -
-Fortbewegungsmoeglichkeiten in verschiedenen
-Koerperhaltungen Wahrnehmung, Kognition
-Ball schiessen Wahrnehmung
-Ball fangen und werfen Wahrnehmung
-Spruenge Wahrnehmung
-Klettern und Springen Wahrnehmung
-Balancieren Wahrnehmung
-Hampelmann Wahrnehmung, Kognition
--------------------------------------------------------------------------------
Kognition
-Abzaehlreime Sprache
-Zahlenreihen nachsprechen und Mengen erfassen Sprache
-Geometrische Formen Wahrnehmung, Bewegung
-Muster legen Wahrnehmung, Bewegung
-Zaehlen von 0-9 Wahrnehmung
-Mengen erfassen und vergleichen Wahrnehmung
-Groessen vergleichen Soz.-emot., Wahrnehmung
-Kategorien bilden -
-Malen nach Antworten Wahrnehmung, Bewegung
-Situationsbericht Sprache
-Erklaeren von Spielen Sprache
-Bildergeschichte beschreiben und ordnen Sprache, Wahrnehmung
-Wiedererkennen von Bildern Wahrnehmung
-Planungen von Alltagssituationen Sozial-emotionaler Bereich
-Bauen Bewegung
--------------------------------------------------------------------------------
Sozial-emotionaler Bereich
-Grimassentanz Kognition, Bewegung
-Pantomime Kognition, Sprache, Bewegung
-Das bin ICH Kognition
-In der Situation fuehle ich mich ... Sprache, Kognition
-Rollentausch Kognition, Sprache, Bewegung
-Was ich fuer Dich tun kann ... Kognition
-Ein Raum für mich und/oder fuer uns ... Kognition
-Erzaehlen zu einem Bild Sprache, Kognition
-Konfliktkarten Kognition, Sprache
-Der Ritter Sprache, Kognition
-Kraefte messen Kognition, Bewegung
-Zusammen an einem Gegenstand Kognition, Sprache
-Wir entwickeln aus einem alten ein neues Spiel Kognition, Sprache
-Memory Kognition, Wahrnehmung
--------------------------------------------------------------------------------
Sprache und Kommunikation
-Nachsprechen von viersilbigen "Zauberwörtern"
/Pseudowoertern Bewegung
-Nachsprechen von Woertern Kognition
-Nachsprechen von Saetzen Kognition
-Reime erkennen und Reime bilden Kognition, Wahrnehmung
-Fingerspiele Kognition
-Zungenbrecher Kognition
-Wie heisst das Wort? - Woerter ergaenzen! Kognition, Wahrnehmung
-Fantasiewort oder nicht? -
-Stimmt der Satz oder stimmt er nicht? Kognition
-Nonverbale Aeusserungen Kognition, Soz.-emot.
-Geraeusche produzieren Bewegung, Wahrnehmung
-Laute hoeren Wahrnehmung, Kogntion
-Anlaute erkennen Kognition, Wahrnehmung
-Singspiele Kognition, Wahrnehmung
-Eigenschaften von Woertern erkennen: lang oder
kurz? Kognition, Wahrnehmung
-Nachklatschen von Woertern Kognition, Bewegung
-Benennung von Nomen und Verben Kognition
-Bilden von Einzahl und Mehrzahl Kognition
-Kenntnis von Praepositionen Kognition, Wahrnehmung
-Saetze zu Ende fuehren Kognition
-Bildergeschichte Kognition
-Wiedergabe einer Alltagssituation Kognition
-Geschichte vorlesen Kognition, Wahrnehmung
--------------------------------------------------------------------------------
Wahrnehmung auditiv
-Memory Kognition, Bewegung
-Alltags- und Koerpergeraeusche Kognition, Bewegung
-Gefriertanz Bewegung
-Richtungshoeren Kognition
-Grummel Kognition, Bewegung
-Geraeuschekim Kognition
Wahrnehmung Raum-Zeit
-Stellung von Koerpern im Raum Kognition, Sprache
-Ausflug Kognition, Bewegung
-Obstsalat Kognition, Bewegung
-Anziehen und/oder Ausziehen Kognition, Bewegung
-Verstecken Kognition, Bewegung
-Erfassung von Uhr-Zeiten Kognition
-Erfassung von Tagen und Monaten Kognition
Wahrnehmung taktil-kinästhetisch
-Koerperteile spueren und benennen Kognition
-Gezeichnete Formen erkennen - Stille Post Kognition
-Formen fuehlen Kognition, Sprache
-Materialien erfuehlen und Tastmemory Kognition, Sprache
-Denkmal darstellen oder Statue bauen Kognition, Bewegung, Soz.-emot.
-Waschstrasse Kognition, Soz.-emot.
-Massen erkennen Bewegung, Kognition
Wahrnehmung visuell
-Augenmotorik Bewegung
-Farben erkennen Kognition
-Formen (wieder-)erkennen Kognition
-Gestaltschliessen Kognition
-Figuren und Formen nachlegen Kognition, Bewegung
-Details wiedererkennen und Bilder ergaenzen Kognition
----------------------------------------------------------------------
Anmerkungen. Kogn. = Kognition, Soz.-emot. = Sozial-emotionaler Bereich.
 

Auswertungsmodus

Eine quantitative Bewertung der Ergebnisse ist nicht möglich.
Jede Aufgabe wird gesondert auf einem Bogen beschrieben. Es wird genannt, welche weiteren Entwicklungsbereiche noch mit der Aufgabe erfasst werden, welches Material zur Aufgabenbearbeitung benötigt wird, ob die Aufgabe im Einzel- und/oder Gruppensetting durchgeführt werden kann und woher, d. h. aus welchem/n Verfahren die Aufgabe stammt/stammen. Sie können nach Schwierigkeitsniveau bearbeitet werden. In der Spalte ("Aufgabenstellung mit Differenzierungsmöglichkeiten") werden mehrere Möglichkeiten zur Durchführung einer Aufgabe (nach Schwierigkeit sortiert) vorgeschlagen. Sie werden in drei Differenzierungskategorien geteilt: "oben" vs. "Mitte" vs. "unten". Diese Unterteilung ist jedoch nicht entsprechend gekennzeichnet. Aufgaben aus dem "oberen" Bereich sind solche, die leicht zu bearbeiten sind. Mithilfe der Aufgaben sind Beobachtungen möglich, die nicht unbedingt aufgabenbezogen sind. Diese sollen auch auf dem Bogen in der Spalte "Mögliche Beobachtungen" festgehalten werden. Zudem enthält der Bogen eine dritte Spalte ("Mögliche Fragen und Interpretationen"), in der die Anwender die Möglichkeit haben, den Bezug zur Theorie zu finden und neue Hypothesen zu bilden (Reichenbach & Lücking, 2009, S. 85).
 

Auswertungshilfen

Die auf den einzelnen Bögen vorgeschlagenen Beobachtungs- und Interpretationsmöglichkeiten erleichtern die Auswertung und Interpretation.
 

Auswertungszeit

Es werden keine Angaben zur Auswertungszeit gemacht.
 

Itembeispiele

Es wird im Folgenden die Aufgabe "Gefriertanz" aus dem Entwicklungsbereich "Auditive Wahrnehmung" auszugsweise vorgestellt (Reichenbach & Lücking, 2009, S. 200).
Angesprochene Entwicklungsbereiche und deren Schwerpunkte: Wahrnehmung: auditiv (...)
Material: evtl. Musik
Setting: Gruppen- und/oder Einzelsituation: G + E
Ursprung der Aufgabe: DIAS, DITKA

Aufgabenstellung mit Differenzierungsmöglichkeiten:
- Die Kinder verteilen sich im Raum und tanzen oder bewegen sich auf beliebige Weise zur Musik. Zwischendurch stoppt die Spielleiterin plötzlich das laufende Musikstück. Sobald die Musik unterbrochen wird, verharren die Kinder in der Stellung, in der sich gerade befinden. Sie bewegen sich erst dann wieder, wenn die Musik wieder beginnt (...)

Mögliche Beobachtungen:
- Das Kind bewegt sich im Raum, während die Musik spielt.
- Das Kind bewegt sich im Rhythmus des laufenden Musikstückes.
- Das Kind stoppt seine Bewegung sofort, wenn die Musik nicht mehr zu hören ist.
- Das Kind stoppt seine Bewegung nach X sec.
- Das Kind schaut in die Richtung der Lautsprecherboxen, während die Musik läuft.
- Das Kind schaut während die Musik läuft auf die anderen Kinder.
- Das Kind bleibt unbeweglich stehen, bis die Musik wieder beginnt.
- Das Kind fängt sofort an sich zu bewegen, wenn die Musik von neuem erklingt.
- Das Kind gibt verschiedene Laute/Geräusche von sich, während die Musik läuft oder unterbrochen ist.
- Das Kind singt mit.
- Das Kind bewegt sich ausschließlich, wenn die Stimme zu hören ist, zu der es sich wie zu Beginn abgesprochen bewegen soll.
- Das Kind stoppt seine Bewegungen ausschließlich, wenn beide Stimmen abbrechen.
- Das Kind bleibt stets in der gleichen Position still stehen oder verändert seine Position währenddessen.
- Das Kind schaut zu anderen Kindern, wenn die andere Stimme nicht mehr zu hören ist? - Das Kind kommentiert seine Bewegungen.

Mögliche Fragen und Interpretationen:
- Kann das Kind sein Handeln auf das jeweilige Musikstück und die abgesprochenen Reaktionen ausrichten?
- Kann das Kind zeitlich lokalisieren, wann die Musik einsetzt und wieder endet?
- Kann das Kind in der Bewegung verharren, bis die Musik wieder erklingt? wie lange kann es in der Bewegung verharren? (...)
 

Durchführung

 

Testformen

Je nach Aufgabe wird ein Einzel- und/oder Gruppentest empfohlen (Reichenbach & Lücking, 2009, S. 84). Eine Parallelform oder eine aktuellere Auflage existieren nicht.
 

Altersbereiche

Das Verfahren ist zur Anwendung an Kindern gedacht, die vor dem Schuleintritt stehen (von etwa 5 bis 7 Jahren).
 

Durchführungszeit

Zur Durchführungszeit liegen keine Angaben vor.
 

Material

Als Material steht die "Lektüre" zur Verfügung. In der Lektüre sind die einzelnen Aufgabenbögen mit zum Teil zusätzlichem Material enthalten, die herauskopiert werden können (Reichenbach & Lücking, 2009, S. 91-241). Es sollten zwei möblierte Räume (Tisch, Stühle, Schrank) zur Verfügung stehen. Weiterhin werden folgende Zusatzmaterialien für die Durchführung der Testung benötigt, die der Anwender selbst anschaffen muss:
- Papier, Plakat, abgedruckte Arbeitsblätter (= Bildvorlagen), Fingerfarbe, Zeitungspapier o. Ä., (unterschiedlich lange und starke) Bindfaden, Schachtel, bunte Stäbchen/Streichhölzer, Links- oder Rechtshänderschere, Luftballons, Sand, Murmeln, unterschiedlich große Bälle, Seile, Teppichfliesen, Klettergerüst, (dicke) Weichbodenmatte, zwei kleine Matten, "Alltagsgegenstände", Kissen, Langbank, Kreppband, Rollbretter, Abzählreime (aus einer bestimmten Internetseite), verschiedene Kleinmaterialien (z. B. Stifte, Büroklammern, Anspitzer, Kugeln, Flaschen, Perlen, Knöpfe, Uhren, Tücher, Korken, Klorollen, Münzen) in unterschiedlicher Menge, Art, Größe und Breite, Symbolkarten für die Ziffern 0-9, Bildkarten mit geometrischen Formen, Formen als Material, Puppen und Puppenkleidung, eigene Fotos von Räumlichkeiten der Institution, eigene Bildkarten oder Fotos von Gegenständen/Materialien in der Institution, Baumaterial (z. B. Legobausteine, nicht näher definierte Turnhallengeräte), Kleiderkiste, Perücken, Memory-Spiel, erfundene Zauberwörter (mit verschiedenen Konsonantenverbindungen), eigene Satzformulierungen zum Nachsprechen, Fingerspiele (Internetseite vorgegeben), Zungenbrecher, Wortergänzungsbeispiele, erfundene Fantasiewörter mit evtl. selbst erstellten Bildkarten zu realen und Fantasiebegriffen, zweifarbige Zustimmungs-/Ablehnungskarten, Spiegel, Wortsammlung zur Erkennung von einzelnen Buchstaben, Auswahl von Kinderliedern bzw. Singspielen, 1-/2-/3-/4-silbige Wortauswahl, Kurzgeschichte, digitale und analoge Uhr, Begriffskarten von Tagen und/oder Monaten, Geometrische Formen (aus Holz, Pappe oder anderem Material; Schablone oder Steckbox) in unterschiedlicher Größe, Fühlmaterial (Feder, Igelbälle, Sandsäckchen, Schaum, Lehm, Bürsten, Blätter, Wasser, Schwämme etc.), Fotoapparat, Bilder mit Körperhaltungen, Lineal, Füller, Patrone, Stein, Buntstifte
- eventuell: Tapetenrolle, Zielscheibe, Tonne, Korb, Reifen, Kleingeräte, Besteck, Spielzeug, Bilderbuch, selbsterstellte Symbolkarten, Postkarten, Fotos, Bilder aus Comics, Gefühlskarten oder -bilder, Wortkarten, "Ich hol mir eine Leiter und stell sie an den Apfelbaum"-Lied, Geräusch-CD vom DIAS-Verfahren (= Diagnostisches Inventar auditiver Alltagshandlungen; Eggert & Reichenbach, 2005), Musik, kleine Instrumente, Handschuhe, Mütze, Schal, Tafel Schokolade, Puzzle-Uhr, Schwungtuch.
Es sollte zudem ein CD-Spieler vorhanden sein.
 

Instruktion

Die Instruktionen sind nicht standardisiert. Die Aufgabenstellungen sind schriftlich fixiert, sollen jedoch von dem Versuchsleiter für das jeweilige Kind angepasst werden, um Verständnisschwierigkeiten zu vermeiden (Reichenbach & Lücking, 2009, S. 85).
 

Durchführungsvoraussetzungen

Die Aufgaben sollen in kindgerechter Weise gestellt werden, da sie von Kind zu Kind unterschiedlich aufgenommen werden und auf das jeweilige Kind angepasst werden müssen (Reichenbach & Lücking, 2009, S. 85). Der Anwender muss alle Materialien selbst besorgen bzw. selbst anfertigen (verschiedene Bildkarten, Wort- und Satzsammlung) (siehe unter "Material"). Die Räumlichkeiten sollten für ein Versteckspiel geeignet sein (S. 211).
 

Testkonstruktion

Das Verfahren ist eine umfangreiche Aufgabensammlung, das selbst keine testtheoretische Grundlage aufweist, einzelne aus bestehenden Testverfahren übernommene Testitems jedoch schon. Bei der Entwicklung des Instrumentariums wurden die Erfahrungen, Anliegen und Bedürfnisse von Praktikern berücksichtigt. Hierfür wurde anhand eines Fragebogens eine Bedarfsanalyse mit 105 Praktikern im Schuleingangsbereich durchgeführt. Es wurde erhoben, welche Verfahren und Materialien in der diagnostischen Praxis angewendet werden, welche Vorteile diese haben und welche Wünsche die Praktiker an einem Schuleingangstest haben. Auch wurden die relevanten Entwicklungsbereiche erfragt, zu denen sie geeignete Aufgaben benennen sollten. Die genannten Aufgaben wurden bei der Testentwicklung berücksichtigt (Reichenbach & Lücking, 2009, S. 11). Die restlichen Aufgaben wurden aus anderen Verfahren übernommen. Es wurde darauf geachtet, dass die Testmaterialien alltagsnah waren (S. 84-85).
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Angaben zur Auswertungs- und Interpretationsobjektivität sind nicht möglich. Hinsichtlich der Durchführungsobjektivität kann gesagt werden, dass dem Anwender viel Freiraum geboten wird, was die Gestaltung der Aufgaben angeht, sodass die Objektivität stark eingeschränkt ist.
 

Reliabilität

Es fehlen Angaben zur Reliabilität.
 

Validität

Im Manual werden keine Angaben zur Validität gemacht. Inhaltsvalidität kann angenommen werden, da sich der Test aus bereits bestehenden Aufgaben aus psychometrisch überprüften Testverfahren sowie aus von Fachexperten empfohlenen Aufgaben zusammensetzt.
 

Normierung

Das Verfahren ist nicht normiert.
 

Anwendungsmöglichkeiten

Mithilfe des Verfahrens sollen die Fähigkeiten und Förderbedürfnisse für jedes Kind separat herausgearbeitet werden. Der Anwender sollte in der Lage sein, die individuellen Bedingungen für Lernen und Weiterentwicklung einschätzen zu können (Reichenbach & Lücking, 2009, S. 86).
Die DiSb kann von Grundschullehrern, Erziehern, Ärzten, Pädagogen und Therapeuten angewendet werden, die Vorschulkinder bis zum Schulstart begleiten. Das Verfahren ermöglicht es, einzelne Entwicklungsbereiche oder die gesamte Entwicklung von der Kindergartenzeit bis zur Schulzeit zu analysieren (Individual- und Prozessdiagnostik). Es eignet sich für die Einschätzung der Entwicklung auf individueller Ebene und bietet alltagsnahe und entwicklungsanregende Förderhinweise. Es sollten zudem für eine deutliche Klärung des Entwicklungsverlaufs die Bezugspersonen des Kindes einbezogen werden. Auch könnten weitere Experten wie Fachärzte (z. B. bei Sehbeeinträchtigung), Psychologen und/oder eine weitere pädagogische/therapeutische Fachkraft zur Einschätzung des individuellen Entwicklungsstandes hinzugezogen werden (Reichenbach & Lücking, 2009, S. 9-10).
 

Bewertung

Bei der Diagnostik im Schuleingangsbereich handelt es sich um einen "Katalog" aus einer Fülle von Aufgaben für die Entwicklungsbereiche Bewegung, Kognition, Sozial-emotionaler Bereich, Sprache und Kommunikation sowie Wahrnehmung. Sie ist in der Durchführung nur teilstandardisiert. Die Aufgaben werden vorgegeben, ihre Umsetzung ist optional gestaltet. Bei den einzelnen Aufgabenteilen fehlt ein Vermerk der Schwierigkeitsstufe. Der Test erlaubt nur eine qualitative Auswertung. Die Vergabe von Punkten ist nicht möglich, sodass die Auswertungsobjektivität stark eingeschränkt ist. Eine ungefähre Unterteilung in "geschafft", "teils-teils" und "gar nicht" könnte die Auswertung schon erleichtern. Es werden Interpretationsmöglichkeiten vorgeschlagen, die eine Variation der Aufgabenbedingungen voraussetzt. Es ist auch nicht nötig, alle Aufgaben zu bearbeiten, sondern es sollten vielmehr Schwerpunkte gesetzt und diese genauer erfasst werden. Die Testentwicklung ist lückenhaft dargestellt. Verfahren, aus denen einzelne Aufgaben entnommen wurden, werden z. B. in der Tabelle nur mit Testkürzel und ohne Bezugsquelle genannt.
Die schiere Menge an Aufgaben ist einerseits für die Abdeckung aller Entwicklungsbereiche gründlich und umfassend, aus ökonomischer Sicht und hinsichtlich der Anschaffung aller Testmaterialien sowie hinsichtlich der Durchführung in der Praxis aber sehr problematisch. Die Bögen für jede Aufgabe können nicht bestellt werden, sie sind im Buch (mit sehr kleiner Schrift) abgedruckt und müssen herauskopiert werden. Dies kann nicht mehr als zeitgemäß betrachtet werden.
In den Rezensionen, die sich vereinzelt im Internet finden, wird die Diagnostik im Schuleingangsbereich in der therapeutischen Arbeit als Bereicherung gesehen (Seifert, o. J.). Insbesondere die alltagsnahen Förderhinweise zur Entwicklungsanregung werden geschätzt (Broglie, o. J.).
Die psychometrische Güte (Interratereliabilität, Reliabilität, Validität) sollte aber unbedingt überprüft werden, um guten Gewissens eine individualdiagnostische Anwendung finden zu können. Bis dahin muss die Diagnostik im Schuleingangsbereich als umfangreiche Materialsammlung gelten, aus denen Fördermöglichkeiten abgeleitet werden können.
 

Literatur

  • Amelang, M. & Zielinski, W. (2002). Psychologische Diagnostik und Intervention. Heidelberg: Springer.
  • Broglie, M. (o. J.). Diagnostik im Schuleingangsbereich. Diagnostikmöglichkeiten für institutionsübergreifendes Arbeiten (Rezension). Online im Internet, URL: http://www.skg-forum.de/fachbuecher/fachbuch153.htm (Stand: 20.02.2018).
  • Eggert, D. & Reichenbach, C. (2005). DIAS. Diagnostisches Inventar auditiver Alltagshandlungen (2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage). Dortmund: Borgmann.
  • Reichenbach, C. & Lücking, C. (2007). Diagnostik im Schuleingangsbereich. Diagnostikmöglichkeiten für institutionsübergreifendes Arbeiten. Dortmund: Borgmann.
  • Reichenbach, C. & Lücking, C. (2009). Diagnostik im Schuleingangsbereich (DiSb). Diagnostikmöglichkeiten für institutionsübergreifendes Arbeiten (2. Auflage). Dortmund: Borgmann.
  • Seifert, D. (o. J.). Diagnostik im Schuleingangsbereich. Diagnostikmöglichkeiten für institutionsübergreifendes Arbeiten (Rezension). Online im Internet, URL: https://www.ergotherapie.de/shop/artikel.aspx?bestellnr=15-9783938187364 (Stand: 20.02.2018).
 
 Gülay Karadere (20.02.2018)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Observation Methods; Educational Measurement; Developmental Measures; Motor Skills; Cognitive Ability; Language Development; Psychosocial Development; Perception; School Readiness

Klassische Testtheorie; Beobachtungsmethoden; Pädagogisches Testen; Entwicklungstests; Motorische Fertigkeiten; Kognitive Fähigkeiten; Sprachentwicklung; Psychosoziale Entwicklung; Wahrnehmung; Schulreife

 weitere Schlagworte:

2007 (1. Auflage); 2009 (2. Auflage); Förderdiagnostik; Diagnostische Menüs; Gesamtüberblick von Entwicklung; 142 Aufgaben; Entwicklungsbereiche: 1 Bewegung, 2 Kognition, 3 Sozial-emotionaler Bereich, 4 Sprache und Kommunikation, 5 Wahrnehmung; Normierungs-/Untersuchungsjahr: keine Angaben
 Klassifikation:

Pädagogische Messung und Beurteilung; Kognitive Entwicklung und Wahrnehmungsentwicklung; Psychosoziale Entwicklung und Persönlichkeitsentwicklung; Sonderpädagogik und Förderunterricht
Allgemeine Entwicklungstests; Schulreife- und Einschulungstests
1.2; 1.9
 Anwendungstyp: Remedial Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Other Publication (90; 922)
 Sprache: German
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 2007
 Änderungsdatum: 201803
 info@leibniz-psychology.org | © 1996-2018 ZPID