Bibliometrie ist die quantitative Beschreibung der Strukturen einer Wissenschaft anhand der Zählung ihrer Veröffentlichungen und deren Rezeption. Zu diesem Zweck nutzen wir sowohl die ZPID-eigenen Datenbanken PSYNDEX1 und PSYNDEX Tests2 als auch die Datenbank PsycINFO (APA)3 sowie den Social Sciences Citation Index (SSCI)4 und den Science Citation Index (SCI)5 von Thomson/ISI.
Beispiele solcher Untersuchungen sind etwa Schui, Krampen & Montada 2002, Wahl & Krampen 2003; Krampen, Schui & Montada 2004 oder Krampen & Schui 2006, in denen ausgewählte Teildisziplinen der Psychologie unter verschiedenen Gesichtspunkten analysiert wurden.
Die Evaluation von wissenschaftlichen Einrichtungen und Wissenschaftlern spielt eine zunehmend größere Rolle. Der Frage, nach welchen und nach wie vielen Kriterien angemessen evaluiert werden kann, wurde in einer Studie nachgegangen. Erfragt wurde die Einstellung gegenüber einer großen Zahl sehr unterschiedlicher Evaluationskriterien. Das erfreuliche Ergebnis dieser Befragung war, dass es in der Fachwelt einen breiten Konsens über Evaluationskriterien gibt. Ebenso darüber, dass viele verschiedene Kriterien etwa gleich wichtig sind. Daraus wird der Schluss gezogen, dass jede Evaluation aufgrund weniger Kriterien als einseitig und unangemessen zu bewerten ist (Montada, Krampen & Burkard 1999; Krampen, Montada & Burkard 1999,2000).
Im Jahr 2003 wurde ergänzend eine Expertenbefragung über Erfahrungen und Empfehlungen zur Internationalisierung der psychologischen Forschung im deutschsprachigen Bereich durchgeführt. Ergebnisbericht6
Die Anerkennung der wissenschaftlichen Leistung Anderer ist die Zitation. Datenbanken, in denen zitierte Arbeiten dokumentiert werden, haben einen außerordentlichen Einfluss gewonnen und sind für die Evaluation von Wissenschaftlern, Institutionen und Zeitschriften von hoher Bedeutung.
Wir haben in mehreren Studien die Frage untersucht, in welchem Anteil von Zitationen ernsthaft und konkret auf die zitierte Arbeit Bezug genommen wird. Auch wurden interessante Informationen über die relative Häufigkeit verschiedener Publikationsarten (Zeitschriftenartikel, Bücher, Buchbeiträge) gewonnen.
Berichtet wurde außerdem über die Möglichkeiten und Grenzen bibliometrischer Indikatoren bei Evaluationsvorhaben im Bereich der deutschsprachigen Psychologie (Montada 1998; Krampen & Montada 2002; Schui & Krampen 2006; Krampen, Becker, Wahner & Montada, 2007).
Bei fachhistorischen Untersuchungen können bibliometrische Verfahren neue Anhaltspunkte liefern. So wurde beispielsweise die Internationalität der deutschen Psychologie im zeitlichen Verlauf unter bibliometrischen Gesichtspunkten in mehreren Beiträgen untersucht (Becker 1994; Krampen et al. 2002; Krampen, Manderscheid & Montada 2003; Schui 20047).
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